Lehr- und Forschungsinstitut für Analytische Organisationsberatung


Richtlinien zur Weiterbildung 

Analytischer Gruppendynamik
Analytischer Supervision und
Balintgruppenleitung
Analytischer Konfliktberatung

Psychoanalytischer Organisationsberatung

1. Einleitung

 

Der Mensch ist ein Beziehungswesen. Er wird in ein Feld von Beziehungen und Gruppendynamiken hineingeboren und entwickelt sich ein Leben lang in den verschiedenen Gruppenbeziehungen, in denen er lebt. Der Mensch strebt nach Identität, die im Unbewussten wurzelt. Diese Identität ist nur in Beziehung zu Gruppen zu denken - ihre Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess. Dabei stellt die Sozialenergie, d.h. die aus zwischenmenschlichem Kontakt entstehende Energie, den Vermittler zwischen dem Einzelnen und der Gruppe dar.

Die Analytische Gruppendynamik ist die Wissenschaft, die dieses Gruppengeschehen erforscht.
Die unbewusste Dynamik, die in jeder Gruppe entsteht, wird von den Gruppenteilnehmern gemeinsam mit erfahrenen Leiter reflektiert und studiert. Dadurch lernen die Teilnehmer die bewussten und unbewussten zwischenmenschlichen Prozesse, die sich in einer Gruppe entwickeln, kennen und verstehen. Diese Prozesse entstehen auf der Basis persönlicher Erfahrungen und individueller Entwicklungen, die in den Gruppenprozess mit einfließen.
Durch das Erleben der eigenen Rolle im gruppendynamischen Prozess erschließen sich neue Möglichkeiten der zwischenmenschlichen Kommunikation. Die gewonnenen Erkenntnisse können die Beziehungen in Lebens- und Arbeitsgruppen bereichern und helfen, die Persönlichkeit der Teilnehmer weiterzuentwickeln.
Im Laufe der konzeptionellen Weiterentwicklung wurden außerdem nonverbale Ausdrucksformen in die analytische Gruppendynamik integriert, insbesondere der Humanstrukturelle Tanz.

Das Lehr- und Forschungsinstitut für Gruppendynamik und Analytische Organisationsberatung strukturiert und organisiert seine Fort- und Weiterbildungsgänge in Anlehnung an die Tradition der Ich- und Gruppenforschung innerhalb eines offenen Systems.
Die Weiterbildung findet statt auf den Gebieten der Analytischen Gruppendynamik, Analytischen Supervision, Balint-Gruppenarbeit und Psychoanalytischen Organisationsberatung.

Die analytische Gruppendynamik bildet die Basis für alle Weiterbildungsgänge.

Die Voraussetzungen für die Zulassung und die Abschlüsse aller Weiterbildungsgänge sind im folgenden geregelt.

Theoretische Weiterbildung

Obligatorische Seminare

1. Analytische
Gruppendynamik

3. Analytische
Supervision

4. Psychoanalytische
Organisationsberatung

Grundlagen-Seminar für
humanstrukturelle Psychoanalyse
und Dynamische Psychiatrie
ca. 40 DSt.

Grundlagen-Seminar für
humanstrukturelle Psychoanalyse
und Dynamische Psychiatrie
ca. 40 DSt.

Grundlagen-Seminar für
humanstrukturelle Psychoanalyse
und Dynamische Psychiatrie
ca. 40 DSt.

Seminar über analytische
Gruppendynamik I + II
ca. 40 DSt.

Seminar über analytische
Gruppendynamik I + II
ca. 40 DSt.

Seminar über analytische
Gruppendynamik I + II
ca. 40 DSt.

Gruppendynamisches
Kontroll-Seminar

Gruppendynamisches
Kontroll-Seminar

Gruppendynamisches
Kontroll-Seminar

(fortlaufend)

(fortlaufend)

(fortlaufend)

Seminar über analytische Gruppenpsychotherapie I + II
ca. 40 DSt.

Seminar über analytische Gruppenpsychotherapie I + II
ca. 40 DSt.

Seminar über analytische Gruppenpsychotherapie I + II
ca. 40 DSt.

 

Seminar über Theorie und Methode der Supervision und Balintgruppen-Arbeit
ca. 40 DSt.

Seminar über Analytische
Organisationsberatung I + II
ca. 80 DSt.

Seminar über Philosophie I und
Wissenschaftstheorie I
ca. 40 DSt.

Seminar über Philosophie I und
Wissenschaftstheorie I
ca. 40 DSt.

Seminar über Philosophie I – IV Wissenschaftstheorie I - IV
ca. 160 DSt.

 

Fakultative Seminare

Gruppendynamik in Institutionen und Organisationen, Prozesstheorie und Holismustheorie, Systemtheorie, Organisationspsychologie, Evaluation, Seminar über Humanstrukturellen Tanz, Humanstrukturelles Tanztheater, Musik- und Malselbsterfahrung, Milieutherapie und Milieudynamik, Psychopathologie, Familientherapie etc.

 

2. Aufnahmebedingungen und Zulassung

Voraussetzung für eine Weiterbildung am LFI ist ein abgeschlossenes Hochschul- oder Fachhochschulstudium. In Ausnahmefällen können auch Bewerber ohne akademische Berufsausbildung zur Weiterbildung zugelassen werden.
Die Bildungsangebote des Lehr- und Forschungsinstitutes setzen immer eine berufliche Identität als Basis voraus.
Der Bewerber legt dem Bildungsausschuss des LFI den Antrag auf Zulassung und einen ausführlichen Lebenslauf mit Lichtbild vor. Nach Überweisung der Gebühren für das Aufnahmeverfahren finden zwei Aufnahmeinterviews statt.
Über die Zulassung entscheidet der Bildungsausschuss, dieser setzt sich zusammen aus:
dem Leiter des Lehr- und Forschungsinstitutes,
den Fachbereichsleitern,
einem Vertreter der Dozenten
und den Vertretern der Ausbildungskandidaten
(ein Vertreter für je 10 Weiterbildungskandidaten, höchstens jedoch 3 Vertreter).

3. Gebühren

Gebühren für das Zulassungsverfahren, Studiengebühren und die Kosten für die Gruppendynamischen Veranstaltungen, Blockseminare sowie für Supervisionsgruppen sind im Jahresprogramm des LFI festgesetzt. 
Die Teilnahmegebühren für die theoretischen Seminare, Vorlesungen, Vorträge und das gruppendynamische Kontrollseminar sind in den Studiengebühren enthalten.

4. Richtlinien für die Weiterbildung im LFI

Die Weiterbildung beinhaltet neben den praktischen und theoretischen Anforderungen immer auch eine Entwicklung der Persönlichkeit.
Die Richtlinien bilden nur den Rahmen für die Fort- und Weiterbildung, je nach Persönlichkeit und Qualifikation des Bewerbers soll dieser Rahmen erweitert und vertieft werden.

An anderen Fachinstituten erworbene Kenntnis- und Teilnahmebescheinigungen (DAP, DGG, DAGG, ÖAGG, ÖGGO etc.) werden in der Regel auf Antrag anerkannt.

4.1 Theoretische Weiterbildung

siehe Übersicht

4.2 Praktische Weiterbildung

4.2.1 Teilnahme an einer fortlaufenden gruppendynamischen Studiengruppe mit analytischer Selbsterfahrung (48 Doppelstunden inkl. theoretischer Auswertung).

4.2.2 Teilnahme an mindestens einer zehntätigen Gruppendynamischen Tagung, die auch Selbsterfahrung in Humanstrukturellem Tanz beinhaltet.

4.2.3 Co-Leitung bzw. Leitung an mindestens zwei zehntägigen Gruppendynamischen Tagungen, die auch Selbsterfahrung in Humanstrukturellem Tanz beinhalten.

4.2.4 Co-Leitung einer fortlaufenden Gruppendynamischen Gruppe (z.B. Gruppendynamische Studiengruppe oder Balintgruppe, obligatorisch 48 Doppelstunden), je nach Fort- und Weiterbildungsgang: Elterngruppe, nonverbale Selbsterfahrungsgruppe, Balintgruppe, ca. 1 Jahr.

4.2.5 Leitung einer fortlaufenden Gruppendynamischen Gruppe (z. B. Selbsterfahrungsgruppe, Balintgruppe, Elterngruppe)

4.3 Weiterbildung in psychoanalytischer Organisationsberatung

Über die theoretische Weiterbildung und die praktischen Inhalte der gruppendynamischen Weiterbildung hinaus ist eine Lehranalyse von 150 Stundenerforderlich. Ferner ist der Nachweis über betriebswirtschaftliche Kenntnisse zu erbringen und zur Erlangung des Zertifikats sind drei erfolgreiche analytisch-gruppendynamische Beratungen von Organisationen, davon 2 unter Supervision durch das LFI, nachzuweisen.

4.4 Abschluss der Weiterbildungen

Den Abschluss beantragt der Ausbildungsteilnehmer beim Bildungsausschuss des LFI. Zum Abschluss findet eine mündliche Prüfung statt. Vier Wochen vor dem Termin der mündlichen Prüfung hat der Prüfling eine ca. 20-seitige wissenschaftliche Arbeit zu einem mit dem Bildungsausschuss des LFI abgesprochenen Thema einzureichen.
Über den Abschluss der Weiterbildung entscheidet der Bildungsausschuss.
Bei Bestehen erhält der Teilnehmer ein Zertifikat.

Die Mitgliedschaft in der Deutschen Akademie für Analytische Organisationsberatung wird empfohlen.