Lehr- und Forschungsinstitut für Analytische Organisationsberatung

 
 

Freitag, 10.03.2006 - 20.00 Uhr

 

Wirtschaftsmediation als integrativer Konfliktlösungsansatz

RA Holger-Ludwig Riemer, Wirtschaftsmediator

 

Die Mediation ist eine alte und wieder ganz moderne, kooperative Konfliktlösungsmethode, bei der eine neutrale dritte Person, der Mediator, die Parteien bei der Beilegung eines Streits unterstützt.
Sie ist ein universelles Instrument für alle Wirtschaftsvorgänge und in allen Rechtsbereichen einsetzbar. Die Mediation bemüht sich um die intersubjektive bzw. interpositionelle Mitte als beste Lösung, nämlich den "Sieg" beider Seiten.

Besondere Erfolge können hier regelmäßig z.B. bei Gesellschafterstreitigkeiten, Erbstreitigkeiten, Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern, Streitigkeiten in Auftragsverhältnissen, zu Dienstleistungen oder im Zusammenhang mit dem Erwerb von Gütern und Immobilien sowie der Erteilung oder Versagung öffentlich-rechtlicher Genehmigungen erzielt werden.

Das Mediationsverfahren ist ein flexibles, nicht-öffentliches und vertrauliches Verfahren, bei dem die Parteien durch strukturierte Verhandlungen gemeinsam mit dem Mediator eine Einigung erarbeiten.

Die Wirtschaftsmediation führt also außergerichtlich schnell und verhältnismäßig kostengünstig zum Ziel.
Der wesentliche Unterschied zum gerichtlichen Verfahren besteht darin, dass die Parteien aktiv und eigenverantwortlich an einer interessengerechten Lösung ihres Konfliktes mitwirken. Über die Fortführung und den Ausgang des Mediationsverfahrens entscheiden allein die Parteien.

Der Mediator ist nicht Richter, sondern Mittler, der auf der Grundlage seiner Ausbildung und Erfahrung ausgewählt wird und die Parteien ohne Zwangsmittel durch das Verfahren führt. Mit Sachverstand und geeigneter Methodik unterstützt er sie bei der Definition ihrer Interessen und der gemeinsamen Entwicklung zukunftsorientierter Problemlösungen.

Die anschließende Bewertung der gefundenen Möglichkeiten leitet über zur Ausarbeitung einer von allen Parteien getragenen Lösung. Die mit dem Verhandlungspartner erarbeitete zukunftsgerichtete Einigung erhöht Akzeptanz und Tragfähigkeit.

Am Ende einer Mediation steht gemäß der gefundenen Lösung eine schriftliche Vereinbarung zur Konfliktbeilegung, die die beteiligten Parteien verbindlich abschließen und umsetzen.