Lehr- und Forschungsinstitut für Analytische Organisationsberatung

 
 

Freitag, 19.05.2006 - 20.00 Uhr

 

Öffentliches Interview:

Ganzheitliche fernöstliche Medizin im Hinblick
auf ein Gesundheitsverständnis europäischer Organisationsstrukturen

Dr. Arsen Babayan
Dr. Albrecht Göring


Die ganzheitliche fernöstliche Medizin versteht sich als eine konkrete Anwendungslehre, die darauf gerichtet ist, die Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele eines einzelnen Menschen und in den Bezügen, in denen er lebt und damit auch in seiner Berufswelt, zu ermöglichen.

Dabei ist Liebe die Kraft, die Energie spendet. Liebe ist sozusagen glückliche, schöpferische Energie. Auf negativer Energie, etwa Feindschaft, wird nichts aufgebaut. Wer negativ an Aufgaben herangeht, wird nichts erreichen. Denn dieser Mensch handelt nicht aus seiner "Mitte" heraus, denn dann wurde der eigene Standpunkt schon verlassen. Liebe kann nie zuviel sein. Aggression, Neid etc. hingegen kann sehr wohl zuviel sein.

Sowohl der Einzelmensch, als auch die Bezüge in denen er lebt und damit auch die Organisations- und Arbeitsstruktur, können nach den Gesetzen des "Wu Sin" betrachtet werden. Dabei kreisen die Elemente "Feuer", "Erde", "Metall", "Wasser" und "Holz" um das Zentrum des Tao. Dabei gibt das Tao Richtung und Freiheit. Im Tao liegt die Führung, sozusagen der Kopf. Dieser Kopf muss am besten Platz sitzen, dann kann jeder seinen Platz finden und sich entwickeln. Dabei kann die Leitung natürlich auch wechseln.

Im "Feuer" liegt die Qualität des Geschäftes. Ist dies nicht aus Liebe gebaut, sondern aus rein finanziellen Gründen, so wird das Geschäft scheitern. Aus Liebe entsteht Kontakt und Kreativität. Dabei ist energisches Herangehen durchaus edel. Häufig ist eine gute Aggression unterdrückt und zwar durch die Angst. Dann ist ein konstruktiv-aggressives Herangehen nicht erlaubt. Der Mensch, bzw. die Organisation ist zu schwach. Man befindet sich geradezu in einem Sklaventum der Angst. Negative Gedanken beherrschen den Menschen und die Organisation. Hier im "Westen" kann man vereinfacht sagen, wird der Mensch und seine Bezüge häufig beherrscht von einer übergewichtigen Ausprägung des "Wassers".

In diesem Segment ist insbesondere das Verwaltungswesen angesiedelt. Eine Übergewichtung der Verwaltung, der Kontrolle, eines buchhalterischen Denkens, eines zwanghaft kleinkariert juristischen Denkens, fördert die Angst. Auf der psychosomatischen Ebene haben wir es dann mit Nierenerkrankungen und davon ausgehend, etwa mit Erscheinungen des Tinnitus zu tun. Depression kommt auch von der Angst. Denn Depression ist wegen Angst unterdrückte Wut. Dann ist, wie bei jeder Übergewichtung, die Entwicklung gehemmt. Es handelt sich um eine Vergrößerung eines Aspektes, hier des "Wassers". Damit ist die Harmonie gestört und zwar durch eine pathologische Fixierung auf ein Element. Damit entwickelt sich die Krankheit im System und breitet sich im gesamten Organismus im Sinne eines Teufelskreises aus. Die Harmonie ist dann empfindlich und nachhaltig gestört.

In unserer westlichen Sphäre ist häufig eine Konzentration und Fixierung auf den Mangel zu beobachten. Sowie die westliche Medizin vornehmlich die Krankheit behandelt und sich nicht mit der Stärkung der Gesundheit befasst und die Gesundheitsaspekte stimuliert, beschäftigt man sich auch bei Störungen im Unternehmen häufig mit der defizitär/destruktiven Dynamik und "sitzt" dabei sozusagen dem Problem "auf".

Abhilfe schafft allein natürlich zunächst das Erkennen und Verstehen des Symptoms und dann aber das Zurückgehen auf die Ursache. Im Wu-Sin-Kreislauf ist jedes vorangegangene Element die "Mutter" des nachfolgenden. Das vorangegangene Element bzw. das noch davor liegende muss also verstärkt werden, dann wird das Element, das übergewichtig und fixiert eine Dominanz entwickelt hat, wie in unserem Beispiel das Element "Wasser" und damit die "Verwaltung", auf seinen Platz und eine harmonische Intensität zurückgeführt. Dabei verhalten sich die verschiedenen Elemente im Sinne einer Einheit in "Verschiedenheit" zueinander. Jedes Element besteht also für sich in einem harmonischen, aber nicht statischen Kontext, zu den jeweils vorangehenden und nachfolgenden und in Wechselwirkungen und Kreuzverbindungen.