Lehr- und Forschungsinstitut für Analytische Organisationsberatung

 
 

Freitag, 26.10.2007 - 20.00 Uhr

 

Androgynität und Gesellschaft

Dr. Albrecht Göring
Rechtsanwalt, Gruppendynamiker und Analytischer Organisationsberater
 

Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Thema der Androgynität philosophisch, geschichtlich, politisch und analytisch in der Weise, dass der zentrale Dualismus der Trennung in die Kategorien "männlich" und "weiblich" eine pathologische Fixierung darstellt und dazu führt, dass das jeweils "Schlechte" und "Böse" im anderen gesucht wird. Dieser Umstand beruht auf einer unzureichenden Integration auch ungeliebter Ich-Anteile beim Einzelnen und auf der unzureichenden Integrationsfähigkeit der Gesellschaft im Ganzen, welches sich etwa in Notwendigkeit der Kreierung von Innen- und Außenfeinden zeigt. Ursache hierfür ist eine strukturschwache Gesellschaft mit offensichtlich vorwiegend strukturschwachen Individuen, welche die chronifizierte Neigung hat, die eigene Pathologie zu delegieren. Eine solche Gesellschaft ist dann auch nicht in der Lage, echt Frieden zu schaffen.

 "Das geistige Prinzip der Androgynität bedeutet im tiefsten Sinne die Aufhebung der Gegensätze männlich und weiblich, bzw. Mann und Frau, der eigentlich tiefste gesellschaftliche Gegensatz, der für das dualistische Denken verantwortlich ist. Damit wird philosophisch gesehen der Gegensatz Freund und Feind aufgehoben und stattdessen ganzheitlich der Frieden gesetzt. Deswegen wird auch eine zukünftige androgyne Gesellschaft eine Dienerin am Frieden der Welt sein."

(G. Ammon. Der mehrdimensionale Mensch, Die Androgynität des Menschen, S. 38,39)