Lehr- und Forschungsinstitut für Analytische Organisationsberatung

 
 

Freitag, 30.01.04 - 20.00 Uhr

 

Kein Geld? - Fragen Sie den Philosophen!
Betrachtungen über Geld und Wunsch
Jost Guido Freese, Philosoph
 

In einer geldbestimmten Zeit folgt Jost Guido Freese einem mehr als aktuellen Thema mit seinem Blick auf den Zusammenhang von Geldwert und Wunsch. 

Die Wunschproduktion hat ihren Ursprung einzig im Traum, so die Freudsche These aus der Traumdeutung. Gilt dies nicht auch, unter Rückgriff auf Marx, für die Produktion der begehrten Waren? Denn der Wunsch ist mehr als ein Wunsch. Er ist vielmehr ein Verweis auf ein grundlegendes Begehren, wie Lacan es formuliert. So vermittelt sich Geld als ein Symbol des Wunsches, selbst begehrlich zu sein. Geld wird so seiner vorgeblichen Funktion, neutrales Tauschmittel zu sein, enthoben und damit zum schlaflosen Wunschtraum. Schlaflos vor allem, weil sich die Wachheit als eine Bewachung der Dinge entpuppt, die für Geld nur scheinbar zu haben sind.